
Unsere Kühe
Die Kuh – Stars in schwarz-weiß
Die Geschichte der Kuh ist eng mit der Entwicklung der Menschheit verbunden. Der Vorfahre der heutigen Hausrinder, der Auerochse, lebte bereits vor Tausenden von Jahren in Europa, Asien und Nordafrika. EEr war sowohl deutlich massiger als auch größer als heute lebende Rinder und konnte vor allem durch seine ausgeprägten Hörner beeindrucken. Später jagten unsere Vorfahren die Tiere als Nahrungsquelle, bis diese schließlich vor etwa 10.000 Jahren domestiziert wurden. Dort begann der Mensch, die Kühe gezielt zu züchten und für landwirtschaftliche Zwecke zu nutzen. Bis heute spielt die Kuh eine unverzichtbare Rolle in der modernen Landwirtschaft, insbesondere bei der Milch- und Fleischproduktion. In einigen Regionen und Religionen der Welt gilt sie zudem als heilig und unantastbar. Auch wird die Kuh in einigen Teilen der Welt noch immer als Zugtier geschätzt und eingesetzt. Durch ihre kräftige Statur und dem ausgeprägten Muskelbau kann sie schwere Lasten ziehen. Sie findet deshalb insbesondere bei landwirtschaftlichen Arbeiten wie dem Pflügen von Feldern ihren Einsatz.
Kühe sind sehr soziale Tiere und leben deshalb in Herden. In ihrem natürlichen Lebensraum grasen und bewegen sie sich ausschließlich in Gruppen. Diese wird von einer Hierarchie bestimmt, in welcher der dominanteste Bulle die führende Rolle einnimmt. Innerhalb der Herde halten Körpersprache, gemeinsame Rituale und fortwährende soziale Interaktionen die etablierte Hierarchie aufrecht. Und die hat ihre Berechtigung, denn sie sorgt für eine soziale Ordnung und ein harmonisches Miteinander.
Kühe sind Pflanzenfresser. Sie ernähren sich von saftigem Gras, Kräutern und Klee. Kühe sind Wiederkäuer. Sie kauen ihr Futter etwa 30.000 Mal am Tag, bis es zu einem weichen Brei geworden ist. Er kann besser verdaut werden.
Es heißt immer, dass eine Kuh vier Mägen hat. Im Grunde ist es aber nur ein Magen mit vier Bereichen: Pansen(Gärkammer), Netzmagen (trennt vergärtes von unvergärtem Futter), Blättermagen(Pressen/Verdicken des Futters) und Labmagen (eigentlicher Magen). Diese braucht das Tier, um das schwer verdauliche Gras zu „verarbeiten“.
Kühe nutzen ihre Hörner zur Verständigung mit Artgenossen. Außerdem helfen sie, einen „kühlen Kopf“ zu bewahren. Über die Hörner wird Hitze abgeleitet und das Gehirn bleibt kühler. Die meisten Kühe leiden ab 25 Grad unter Hitzestress.
Kühe haben beste Freunde. Sie verbringen mit ihnen besonders viel Zeit und sind besonders liebevoll zu ihnen. Sie schlecken sich gegenseitig ab oder knabbern aneinander, um sich ihre Zuneigung zu zeigen. Sie erkennen ihre besten Freunde sogar auf Fotos.
Eigentlich müsste „Hausrind“ über diesem Steckbrief stehen, aber der Begriff Kuh wird wesentlich häufiger benutzt. Hier sind die genauen Begriffsdefinitionen:
- Kalb: Jungtier
- Kuh: Weibliches Rind nach dem ersten Kalb
- Bulle/Stier: Männliches Rind
- Ochse: Kastriertes männliches Rind
Kurzum: Kühe sind kuhle Zeitgenossen!
Unsere Kühe. Vorgestellt.
Unsere Kühe fressen, liegen, spazieren über die Weide. Fressen, liegen und kauen wieder, … Sie beobachten entspannt die Umgebung und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen.
Wir möchten uns gerne vorstellen:


Albert: Albert ist sehr verschmust. Menschen gegenüber zeigt er sich sehr offen und schnuppert neugierig an allem. Er fordert Streicheleinheiten und zeigt dies deutlich. Er ist wohl auch der beste Spannungsprüfer der Welt. Er kann förmlich riechen, ob Strom auf der Weidenlitze ist und nutzt jede Gelegenheit, das frische Gras auf der anderen Seite des Zauns zu probieren.
Berta: Berta ist aufgeschlossen und interessiert auch Neuem gegenüber. Sie verfügt aber auf einen gesunden Mutterinstinkt und ist daher im ersten Moment vorsichtig und zurückhaltend. Berta merkt aber schnell, wenn man ihr gegenüber gut gesonnen ist und lässt sich dann gerne kraulen.
Kuh schmusen
Seit vielen Jahren führen wir Alpaka und Esel Wanderungen durch und konnten immer feststellen, dass sich der Kontakt zum Tier für den Menschen als positive und entspannende Erfahrung zeigt. Vor zwei Jahren kamen zwei norddeutsche Niederungsrinder zu uns auf den Hof. Diese entpuppten sich als ausgesprochen ruhige und dem Menschen zugewandte Wesen. Schnell wurden sie uns vertraut und forderten regelrecht Streicheleinheiten und Zuneigung ein. In Gesprächen mit unseren Gästen stellen wir fest, dass Kühe sich außerordentlicher Beliebtheit erfreuen und wir wurden immer wieder mit der Bitte konfrontiert, dass man einmal zu den Tieren kann. Hieraus entwickelte sich dann das Angebot zum Kuh schmusen.
Kuhschmusen? Beutet dass mit oder neben der Kuh auf der Wiese liegen und sich an die Kuh kuscheln ? Ja, dass kann passieren ist aber nicht immer drin. Kühe legen sich meist zum Wiederkäuen auf die Wiese. Für diesen Prozess des Wiederkauens bauchen sie Ruhe und legen sich entspannt hin. Den Rest vom Tag sind sie in der Regel auf den Beinen und fressen. Kommt ein fremder zu Besuch, braucht die Kuh auch etwas Zeit um die Situation abzuchecken und vertrauen zu dem neuen Menschen aufzubauen. Das macht sie als Fluchttier sicher nicht im Liegen. Natürlich wäre es über einen klug gewählten Fütterungszeitpunkt vor dem Termin zum Kuhschmusen möglich die Kuh quasi zum Wiederkäuen zu nötigen, da Kühe aber absolute Routinetiere sind und im Tagesablauf feste Fütterungszeitpunkte für das Tier wichtig sind, halten wir von dieser Strategie nicht viel.
Du kommst mit uns auf die Wiese und erfährst zunächst Wissenswertes über unsere beiden Rinder. Diese sind in der Regel sehr neugierig und kommen schon nach kurzer Zeit zu uns. Nun hast Du die Möglichkeit den ersten Kontakt aufzunehmen und ihr könnt euch etwas beschnuppern.
Je nach dem spürst Du bald eine engere Beziehung zu Albert oder zu Berta. Wie im Zwischenmenschlichen muss hier auch eben die „Chemie“ stimmen und es wird sich schnell ein Liebling finden. Durch streicheln und bürsten festigt sich das Vertrauen und ihr kommt einander sehr nah.
